Weine aus Zeeland in der Zehntscheune

Am Donnerstag, den 31. März 2022 findet in der Zehntscheune des Domdechant Werner´schen Weinguts in Hochheim am Main eine besondere Weinprobe statt.

Weingut De kleine Schorre – Dreischor – Zeeland – Foto: H. Ruitenberg

Hendrik Ruitenberg, bekannt u.a. durch seine Donnerstags-Weinproben im Hochheimer Weinbaumuseum („Weinbaumuseum am Abend“), präsentiert Weine aus Zeeland. Hendrik und seine Frau Susanne kennen das Weingut „De kleine Schorre“ aus Dreischor auf der Halbinsel Schouwen-Duiveland seit einem Urlaub in Zeeland im Sommer 2013. Seitdem besuchen die beiden das Weingut und den Winzer Johan van de Velde und seine Partnerin Paula van de Vijver mindestens einmal im Jahr, um die Gegend und den Wein zu genießen. Das Weingut wurde 2001 gegründet verfügt inzwischen über 63.000 Rebstöcke auf 14 Hektar Rebfläche.

Weingarten De kleine Schorre – Foto: JvdVelde

Gemeinsam mit dem luxemburgischen Weingut Cep d’Or, seinem Ausbildungsbetrieb, hat Johan van de Velde seinerzeit die klassischen Rebsorten Rivaner, Auxerrois, Pinot-Blanc und Pinot-Gris ausgewählt. Am Ortseingang schmiegen sich die Rebzeilen in die Landschaft. Die Reben wachsen auf lehmigen, kalkhaltigen Böden. Durch die Flutkatastrophe von 1953 wurde die Region vom Meer fast verschluckt. Der Boden ist dadurch leicht salzhaltig und die die Weine passen besonders gut zu den kulinarischen Spezialitäten Zeelands: Muscheln, Austern, Krebsen und Meeresspargel.

An diesem besonderen Abend wird Hendrik Ruitenberg die Weine vom Weingut Kleine Schorre nicht alleine vorstellen, der Winzer Johan van de Velde wird seine Weine persönlich präsentieren.

Winzer Johan van de Velde und seine Partnerin Paula van de Vijver – Foto: JvdVelde

Die Weinprobe startet mit dem hauseigenen Crémant. Der als Brut de Zeelande bezeichnete Schaumwein wird im Weingut Cep d’Or versektet. Danach kommen die verschiedenen Weine des Jahrgangs 2020 zur Verkostung, im Vergleich zu ein paar älteren Jahrgängen. Insgesamt werden 10 Proben ausgeschenkt. Wasser und Baguette sind im Preis inklusive.

Die Zehntscheune öffnet ab 18:30 Uhr und die Weinprobe beginnt um 19:00. Snacks zum Eigenverzehr dürfen gerne wie üblich mitgebracht werden. Der Kartenpreis beträgt 25,-€/Person. Obwohl die Weinprobe keine städtische Veranstaltung ist, können die Tickets für die Veranstaltung seit Samstag, dem 19. März in der Tourist-Info der Stadt Hochheim am Main erworben werden. Der Kauf ist auf vier Tickets pro Person beschränkt, die Tickets sind nicht personalisiert. Die Teilnehmerzahl ist auf 38 Personen begrenzt. Eventuelle Restkarten sind ab 18:30 Uhr an der Abendkasse in der Zehntscheune erhältlich. Damit die Veranstaltung stattfinden kann, sind nur geimpfte und genesene Personen zugelassen. Ein tagesaktueller Schnelltest ist ebenfalls erforderlich und kann ggf. vor Ort durchgeführt werden. Es entfallen die Masken- und Abstandspflicht im Veranstaltungsraum.

Weingut – Kurzinfo: Wijnhoeve De kleine Schorre kellerfunde.info

  • Ort :              Dreischor, Halbinsel Schouwen-Duiveland, Provinz Zeeland, NL
  • Größe :           14 ha
  • Gegründet :      2001
  • Eigentümer :     Winzer Johan van de Velde und 5 stille Teilhaber
  • Boden :          Sand, Muschelkalk, auf einer kleinen Halbinsel, die 1953 überflutet wurde
  • Rebsorten :      Rivaner, Pinot Blanc, Pinot Gris, Auxerrois, Gewürztraminer, Pinot Noir

Geschichte des Weinguts:

  • Die van de Veldes waren Kartoffelbauern. Da man mit Kartoffeln nichts mehr verdienen konnte, entstand die Idee, auf Wein umzustellen. Eine Flasche Genever soll an der Entscheidung nicht unbeteiligt gewesen sein
  • Bodenanalysen durchgeführt, um die geeigneten Rebsorten zu finden.
  • Ausbildung von Johan im Weingut Cep D´or in Luxemburg
  • Keine PiWi-Sorten angebaut, da sie damals noch nicht so schmeckten, wie sich Johan das vorstellte. Die heutigen Klone sind deutlich besser, aber die Entscheidung 2001 war richtig.
  • Weine konzipiert, die zu Meeresfrüchten und anderen typischen zeeländischen Spezialitäten passen.
  • Zur Zeit sind 63.000 Weinstöcke gepflanzt. Der Weingarten ist mittlerweile auf 14 ha angewachsen und damit einer der größten Weingärten der Niederlanden. In der Scheune des Weingutes sind die Weinkeller und Probierräume untergebracht. Zur Erntezeit ist das Weingut auf Freiwillige angewiesen, um die Trauben zu pflücken. Die Trauben werden unter größter Sorgfalt im Keller des Weingutes verarbeitet.

Besonderheiten:

  • Das Weingut hat jedes Jahr ein großes Hoffest organisiert. Dieses Weinfest fand immer am ersten Augustwochenende (Freitag und Samstag) statt. Es kamen bis zu 5000 Besucher zu dem Fest mit Wein, Fisch- und Fleisch-Spezialitäten, lokalen Produkten und Musik, gespielt von lokalen Bands. Jedes Jahr fand außerdem die Krönung der Zeeländischen Weinkönigin statt. Die Veranstaltung fand 12 mal, von 2008 bis 2019, statt. Die letzte Weinkönigin war die Partnerin von Johan van de Velde:
Paula van de Vijver – Zeeländische Weinköningin 2020 Foto: JvdVelde
  • Zeeland hat die meisten Sonnenstunden der Niederlande.
  • Als der 19-jährige Johan bei der Bank einen Kredit für den Start haben wollte, wurde er ausgelacht. Das Startkapital wurde durch Crowdfunding und Rebstock-Aktien generiert.
  • Das Weingut De Kleine Schorre liegt im typischen zeeländischen Ringdorf Dreischor auf der Insel Schouwen-Duivenland. Mit seiner authentischen schwarz geteerten Scheune aus dem Jahre 1735 ist das Weingut einer der ältesten Bauernhöfe von Dreischor.
  • Das Umgehen des immer noch fehlenden AOC und die fehlende Erlaubnis, die Herkunft auf die Weinflasche zu schreiben, wurde mit dem ® im Schouwen-D®uiveland umgangen.

Weine aus Maastricht in den Niederlanden

Im Fokus bei dieser Weinprobe stehen die Weine vom Weingut Apostelhoeve. Das Weingut liegt im Stadtgebiet von Maastricht. Es ist das älteste Weingut der Niederlande. Letzte Jahr bestand es 50 Jahre. Sie haben die Möglichkeit die Weinprobe, die Hendrik Ruitenberg im Hochheimer Weinbaumuseum im Dezember 2021 durchgeführt hatte, für Ihre Veranstaltung zu buchen.

Die Weine vom Weingut Apostelhoeve werden sortenrein von klassischen weißen Reibsorten ausgebaut. Nähere Informationen können Sie unter email@kellerfunde.info erhalten.

Weingut – Kurzinfo: Wijnhoeve De Apostelhoeve kellerfunde.info

  • Ort :          Maastricht, Provinz Limburg, Niederlande
  •          geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.): Weinregion Mergelland
  • Größe :       14 ha, im April 2022 werden weitere 5ha angepflanzt
  • Gegründet :  1970 durch Hugo Hulst – nicht nur das älteste Weinunternehmen der Niederlande, sondern auch das einzige Weingut mit drei Generationen aus einer Familie
  • Eigentümer : Winzer Mathieu Hulst, seit 1985 im Betrieb
  • Mitarbeiter:   Ehefrau Julka, Hugo (83) & seit 07/2020 die Söhne Gilbert (23) & Robin (25)
  • Boden :       warme, humusreiche Lösslagen, Kalk-(Mergel-)Lagen, Kiesel
  • Rebsorten :   Müller-Thurgau, Auxerrois, Grauburgunder, Riesling, seit 2020 Viognier
  • Ernte :        Seit 2014 mit dem ersten Vollernter in den Niederlanden

Geschichte des Weinguts:

  • Die Gebäude vom Weingut Apostelhoeve sind ca. 500 Jahre alt. Für den Bau wurden Mergelblöcke aus der Umgebung verwendet.
  • 1892 wurde Alfons Hulst Pächter vom Apostelhoeve. Seitdem wohnen Familienmitglieder in dem Gebäude. Die Familie betreibt Obstanbau, vor allem Äpfel werden angebaut.
  • Inspiriert und unterstützt durch Jean Bellefroid hat Hugo Hulst die Möglichkeiten untersucht, um auf dem Louwberg Wein anzubauen. Die Erfahrungen und Anregungen vom Weinhändler Fritz Bos, der auf den Terrassen des vormaligen Klosters Slavante einen kleinen Weingarten angebaut hatte, kamen da gelegen. Hugo Hulst hat 1970 mit dem Anpflanzen von den ersten Weinstöcken auf dem Louwberg begonnen. 1973 gab es die erste Lese. Diese wurde unter Beisein verschiedener Weinbruderschaften u.a. aus Frankreich gebührend gefeiert.  
  • Der niedrige Standort des Weinbergs, oben auf dem Hügelsind es 65/68m über NN heißt das der Standort warm ist. Die Alten sagen, „die besten Weinberge findest du in den Wintermonaten. Die Parzelle wo der Schnee zuerst geschmolzen ist, sind die wärmsten Parzellen.“
  • Der Louwberg hat humusreichen Löss und darunter diverse Lagen Mergel und Silex.
  • Seit 1985 unterstützt Mathieu Hulst seinen Vater Hugo Hulst im Weingut.
  • 1985 ist die Philosophie über die Weinherstellung komplett verändert worden.
  • Früher wurde nur mit dem Refraktometer der Zuckergehalt in den Trauben gemessen. Jetzt wird nur der Säuregrad gemessen. Hat man noch genug Säure, könnte mit der Lese ein wenig länger gewartet werden, oder muss mit der Ernte begonnen werden, sonst hat der Wein am Ende nicht genug Säure. Dann hat der Wein keine Frische / kein Rückgrat. Die Säure ist für Mathieu Hulst der wichtigste Faktor, um den Start der Lese festzulegen.
  • 2000 haben Mathieu und seine Frau Julka Hulst den Betrieb übernommen.
  • 2000 wurden einige Reihen neu angelegt. Es wurden aber auch 30jährige Stöcke durch neue Grauburgunderreben ersetzt. Dabei wurde die sog. „Selektion Oppenheim 4 (SO4)“-Unterlagsrebe verwendet. Die reblaustolerante Unterlagsrebe ist geeignet für den kalkreichen Boden.
  • Qualität steht bei Mathieu Hulst im Vordergrund. Seine Devise ist, dass technische Entwicklungen nicht ignoriert, sondern angewandt werden sollten.
  • 2007 wurde eine neue Presse und einen Entrapper angeschafft
  • 2012 wurde der Weinkeller erweitert/neu gebaut
  • 2012 ging der erste Riesling Sekt Brut in den Verkauf und 2013 wurde der Cuvée XII Sekt brutvorgestellt.
  • 2014 sind 85% der Produktion in der Gastronomie verkauft worden.
  • Seit 3.9.2014 wird ein Vollernter bei der Lese verwendet, natürlich der erste in den Niederlanden…
  • Produktion seit 2020 mit Hilfe eines Abfüllers (30 Tsd. Fl./d.)  –  ca. 110Tsd Fl.  –  leider 48% unter Bedarf..!

10 Jahre Hochheimer Weinbaumuseum

Gedanken zum Jubiläum des Weinbaumuseums am 10.10.2020

Von Susanne und Hendrik Ruitenberg

Seit September 2014 gibt es „Weinbaumuseum am Abend“ – eine Veranstaltungsreihe von Hendrik Ruitenberg im Weinbaumuseum, die an jedem letzten Donnerstag im Monat stattfindet.

Es fing klein an – zwei Dreier-Weinproben, um Leute ins Museum zu locken und mit ihnen über Wein ins Gespräch zu kommen. Fünf Besucher waren es bei der ersten Veranstaltung am letzten Donnerstag im September 2014.

Schon bald festigte sich das Format zu einer Probe von 8 Weinen mit einem Thema oder Motto. Das kann eine Rebsorte sein, eine Lage, eine bestimmte Ausbauart, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und die Liste mit den 8 Nummern bekommt manchmal noch eine 8a und 8b …

Über 1600 Besucher und mehr als 60 Weinproben später feiern wir das Jubiläum des Museums und überlegen, welche Erlebnisse uns besonders in Erinnerung geblieben sind. Es fällt schwer, einzelne Highlights herauszugreifen. Rückblickend haben uns die Proben am besten gefallen, die wir nicht alleine durchgeführt haben.

Dazu gehört der Besuch unseres Freundes, des niederländischen Biowinzers Adam Dijkstra vom Weingut De Colonjes am 27.4.2017.

Adam war an dem Abend in seinem Element und begeisterte das Publikum, aber zum Ende hin ist er am Tisch eingeschlafen. Er hatte nämlich in der Nacht vor der Probe in Holland „Feuerwache“ gehalten in den Jungweinfeldern, wegen der Frostgefahr, und kann total übernächtigt nach Hochheim.

Schön war auch die Begegnung von Simon Schreiber und Andreas Hattemer. Simon war gerade in der Umstellung zum Ökoweinbetrieb und Andreas ist der Chef von ECOWIN. Die beiden hatten sichtlich Freude an der Weinprobe im März 2018 zum Thema Ökowein.

Und dann die Probe von Mainwerk3 im Oktober 2018. An dem Abend haben wir den Rahmen gesprengt. 11 Jungwinzer, 1 Sekt, 10 Weine, 4 Ausschenker und 45 Gäste! Die Jungwinzer haben mit ihren Weinen und Geschichten zur Herstellung und ihrem persönlichen Engagement überzeugt.

Von dem Abend „Hochheimer Straußwirtschaften und ihre Weine“ reden einige der teilnehmenden Winzer noch heute. Denn der Abend bot ihnen die Möglichkeit, sich in einem zwanglosen Rahmen miteinander auszutauschen, wozu sonst immer die Zeit fehlt.

Ohne die besondere Hilfe der Familien Velten und Preis hätte die Veranstaltung übrigens gar nicht stattgefunden. Die Museumsküche war abgeschlossen (!) und nur das blitzschnelle Herbeischaffen der nötigen Infrastruktur (z.B. Gläser, die sollen ja nützlich sein bei einer Weinprobe) rettete den Abend.

Das Highlight dieses Jahres, zugleich die letzte Probe vor Corona, war die Veranstaltung von Fabian Schmidt und Hendrik zum Thema Demeterweine. Fabian Schmidt begeisterte mit seinem Enthusiasmus und die Weinauswahl von beiden war fantastisch. Toll war auch das Nora und Andreas Schirpf von der Donnermühle in Kostheim da waren und ihren Wein selbst vorstellten. Auch hatten wie eine Insiderin vom Weingut Peter-Jacob Kühn da, die Interessantes zum Besten gab.

Über die Jahre hat das Museum viele Menschen angelockt. Viele sind Wiederholungstäter und kommen immer wieder, wenn das Thema interessant klingt. Manche habe uns eine Zeit lang als regelmäßige Besucher begleitet, andere gehören inzwischen zum Inventar, ohne die eine Probe nicht denkbar wäre. So ist unser Weinfreund Wolfram immer schon sehr früh da und hilft bei den Vorbereitungen. Außerdem bringt er immer seine Glocke mit, mit der sich der Probenleiter bei ansteigendem Pegel (geräuschtechnisch und anderweitiger Art) Gehör verschafft. Nach der Weinprobe helfen viele ungefragt beim Aufräumen. Es muss sich herumgesprochen haben, dass im Hinterzimmer oft ein Aufräumwein parat steht.

Es gab viele anregende Gespräche.

Neben dem Probieren der Weine, dem Wissensaustausch kommt vor Allem die Kommunikation untereinander nicht zu kurz. Es ist einfach ein Abend, an dem sich alle wohlfühlen können.

Aus einigen Gästen sind inzwischen gute Freunde geworden.

Der Weinfreundeskreis Hochheim hat durch die Veranstaltung WBMaA weininteressierte Gäste bei seinen Veranstaltungen gehabt oder sogar als neue Mitglieder gewonnen.

Unser besonderer Dank gilt den Hochheimer und Wickerer Winzern. Sie wissen, dass die Veranstaltung ein beliebtes Format ist. Wir hatten schön häufiger die Rückmeldung, dass Weinkäufer zu ihnen kommen und gezielt nach einem Wein fragen, den sie im Museum probiert haben. Beim Weinkauf wird Hendrik oft gefragt, ob der Kauf privat ist oder für das Museum und bei letzterem zeigen sich die Winzer oft sehr großzügig.

Ohne die Rabatte und die vielen Weinspenden wäre die Veranstaltung zu dem günstigen Preis nicht realisierbar. Es werden bekanntlich nicht nur die Einstiegsweine, sondern auch teurere Lagenweine verköstigt. Uns macht die Veranstaltung jedenfalls viel Spaß und wir freuen uns jedes Mal schon wieder auf die nächste, wohlwissend, dass erst mal einige Arbeit nötig ist um die Probe zu organisieren …

Wir können den RESTART kaum erwarten!

Skype-Weinprobe

Der Montag ist der fieseste Tag für meine Frau und mich. Eine Arbeitswoche beginnt, ohne dass man sich auf den Weinprobierstand oder das Winterquartier bei einer Straußwirtschaft freuen kann. Und das wird aus heutiger Sicht noch monatelang so weitergehen. Aus Jux und Dollerei hat meine Frau zu mir gesagt, wir sollten Weinproben über Skype abhalten (ähnlich den ganzen Sitzungen von Vereinsvorständen oder den Besprechungen mit Geschäftskunden. Man muss aber bei mir aufpassen, was man so aus Jux und Dollerei dahersagt. Ich setzte es um.

So fanden sich drei weitere Paare mit Montagsfrust und die Spielregeln waren schnell etabliert: Als Thema war schnell Riesling festgelegt. Jede Person sucht einen Wein aus. Jeder Wein wird aufgeteilt (leere Flaschen finden sich immer … ). Eine Viertelflasche je Sorte wird behalten, die anderen drei  – unter Wahrung des Sicherheitsabstands – zu uns gebracht. Ich habe alle Flaschen in die Kühlung gepackt und alle Flaschen gekühlt am Montagabend ausgefahren. Jedes Paar hatte also 8 nur mit den Initialien der beteiligten Personen versehene Flaschen. Jede(r) hat bei der Abgabe der Flaschen eine ungefähre Einschätzung gegeben, ob sein / ihr eigener Wein eher an den Anfang oder ans Ende der Probe sollte. Um 20:00 haben wir uns alle an einen Compter gesetzt und Skype aufgerufen. Die Weine wurden blind verkostet. Wir haben auch versucht, zu raten, wo die Weine herkommen. Einen Riesling aus dem Piemont hat natürlich keiner erkannt, da hätte keiner auch nur damit gerechnet, dass dort Riesling angebaut wird. Meine Frau hatte einen Wein vom Weingut Peter Flick, einen 19er, den noch keiner probiert hatte, da kam ein Teilnehmer unserer Runde durch geschickte Ausschlussfragen d’rauf. Ich hatte natürlich einen Holländer, einen Riesling vom Apostelhoeve, das Weingut bei Maastricht, welches wir seit 2014 jedes Jahr besuchen. Die haben übrigens ihren Proberaum toll renoviert und wollten in diesem Jahr feierlich ihren 50igsten begehen, daraus wird natürlich auch nichts. Dieser Wein wurde völlig korrekt identifiziert von Jemandem aus unserer Runde, der den gleichen Jahrgang im Keller hat. Jedenfalls, die Skype Weinprobe, das Plaudern über Weine, den mehrere andere Personen auch im Glas haben, hat großen Spaß gemacht. NATÜRLICH ersetzt es nicht all das, was wir derzeit nicht dürfen, aber es ist besser als gar nichts. Es wird nicht die letzte Skype Weinprobe bleiben. 

Organisation einer Weinprobe – eine Chronologie

  • Als erstes das Thema ausgewählt / festgelegt –  in diesem Fall:  Biodynamische Weine, zum Bespiel von Demeter – Eine Weinprobe im Rahmen von Weinbaumuseum am Abend zusammen mit Fabian Schmidt vom Weingut „Im Weinegg“
  • Demeter-Webseite durchstöbert
  • Informationen über Demeter gesammelt und aufgelistet
  • Liste der Demeter-Weingüter zusammengestellt
  • Alle Kontaktinformationen zu den Weingütern zusammengetragen
  • Sämtliche Webseiten der Winzer aufgerufen und durchstöbert
  • Longlist der Weingüter, nach folgenden Kriterien, erstellt:
    • Bekanntheit des Weinguts
    • Qualität bzw. Inhalt der Webseite
    • Geschichte, Entstehung des Weingutes
    • Rebsorten-Spiegel bzw. Weine im Angebot
    • Historie des Weingutes
    • Ziel: Diversität bei der bevorstehenden Weinprobe
  • „Must have“- Liste der Weingüter erstellt
  • „Must have“-Liste mit Weingütern der Longlist aufgefüllt zu einer Shortlist
  • Webseiten der Shortlist-Weingüter durchstöbert
  • Steckbriefe der Weingüter erstellt mit folgenden Informationen:
    • Eckdaten übers Weingut
    • Geschichte
    • Rebsortenspiegel
    • Liste typischer Weine
  • Jeweils einen Wein ausgesucht (zum Teil sind Weingüter wegen eines bestimmten Weines der beim Webseitenstöbern aufgefallen war auf die Long- bzw. Shortlist gelangt
  • Beschaffung der Weine festgelegt:
    • Welche Weine werden Online bestellt
    • Welche Weine werden beim Weingut direkt vor Ort gekauft
    • Kann jemand mir den gewünschten Wein besorgen / die Beschaffung abnehmen?
    • Weinroute für die Beschaffung bei Winzern vor Ort festgelegt, Termin für die Beschaffung festgelegt und alle Weingüter per Email angeschrieben, wann ich vor habe vorbei zu kommen
  • Weintour von Hochheim nach Reinhessen und zurück durchgeführt:
    • 30,3 km / 29 min
    • Station 1;  Weingut Geheimrat Schnell, Guntersblum   30 min
    • 26,8 km / 25 min
    • Station 2:  Weingut Feth-Wehrhof, Flörsheim-Dalsheim   30 min
    • 27,2 km / 31 min
    • Station 3:  Weingut Seyberth, Siefersheim   30 min
    • 17,7 km / 23 min
    • Station 4:  Weingut im Zwölberich, Langenlonsheim   30 min
    • 49 km =>151 km / 41 min => 150 min  = 2,5 Std
    • Station 5:  Weingut Donnermühle, Kostheim
  • Weingüter aufgesucht; In der Regel dann vor Ort den gewünschten Wein und oft noch einen weiteren Wein eingekauft
  • Liste der gekauften Weine zusammengestellt
  • Mit Fabian zusammengesetzt und aus seinen Weinen, die er zur Probe besteuert und meinen Weinen eine Streichliste erstellt: Wir konnten die Liste der 20 möglichen Weine für die Weinprobe nur auf eine Liste von 12 Weinen eindampfen! Es waren leider zu viele Weine die wir beide unbedingt dabei haben wollten!
  • Festlegung: 12 Weine für den Worstcase, wenn wir bei der Probe überrannt werden. D.h. max. 56 Teilnehmer bei einer 12er-Probe mit je 0,04l/Probe pro Person oder Reduktion um weitere 2 Weine auf eine 10er Weinprobe bei der Teilnahme von 45 Personen mit je 0,05l/Probe pro Person
  • Am Nachmittag der Veranstaltung machte das Wetter was es wollte. Es gab starken Schneefall. Im Laufe des Nachmittags hat sich eine 10cm Schicht Schnee gebildet, die liegen blieb
  • Panikattacke, ob überhaupt Weinliebhaber ins Museum kommen.
  • Panik unbegründet, es kamen zwar weniger als erwartet, aber mit 46 Teilnehmern war die Veranstaltung ausgebucht.
  • Da wir keinen Wein weglassen wollten gab es die „volle Packung“:

12er-Probe mit je 0,04l/Probe pro Person

Es war eine der besten Veranstaltung der letzten Jahre!

Update: Leider war es auf lange Zeit die letzte Veranstaltung im Weinbaumuseum.

Weinbaumuseum am Abend (WBMaA)

Die Veranstaltung Weinbaumuseum am Abend (WBMaA) findet in der Regel am letzten Donnerstag im Monat ab 19:30 statt. Die als Sonderöffnungszeit konzipierte Veranstaltung lädt zur Besichtigung der Ausstellung ein. Dazu öffnet das Museum ab 19:00 Uhr. Die Teilnahme an der Weinprobe kostet in der Regel 15,00 €. Die Karten gibt es nur an der Abendkasse. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmerzahl begrenzt. Im Moment können maximal 30 Personen teilnehmen. Wenn wieder 45 Personen teilnehmen können, wird dies sicherlich in den Medien komuniziert. Die Weinprobe findet ab 19.30 Uhr statt. In gemütlicher Atmosphäre werden jeden Monat acht ausgewählte Weine vorgestellt. Die Weine werden zu einem Thema passend zusammengestellt. Jeder Teilnehmer erhält, üblicherweise, von jedem vorgestellten Wein 1/2 Piffchen ausgeschenkt. Während alle die Weine probieren, werden Informationen über den Wein und seinen Erzeuger weitergegeben. Eine Diskussion über die Weine ist ausdrücklich erwünscht. Ziel der Veranstaltung ist es, Weine zu probieren und dabei seinen Horizont zu erweitern. Gerne können die Gäste Knabbereien, Käse, Baguette oder ähnliches mitbringen. Wasser zum Neutralisieren ist vorhanden. In der Regel führt Hendrik Ruitenberg durch den Abend. Aber auch auch andere Ehrenamtliche leiten Proben in dieser Veranstaltungsreihe. Manchmal werden auch Gäste eingeladen, die über ein Thema referieren. Einmal im Jahr können die Gäste Ihre Lieblingsweine selbst vorstellen. Die Jahresendveranstaltung lebt vom „Mitbring“-Buffet und ausgewählten Weinen aus allen Veranstaltungen des zurückliegen Jahres.

Willkommen

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Die Veranstaltungsreihe „Weinbaumuseum am Abend“ im Hochheimer Weinbaumuseum, die immer am letzten Donnerstag im Monat stattfindet, wird seit September 2014 veranstaltet. Die Veranstaltung im Februar 2020 zum Thema biodynamische Weine war eines der Highlights. Der Abend, gestaltet von Fabian Schmidt und mir, war ein voller Erfolg. Nach der langen pandemiebedingten Pause zwischen März 2020 und Juli 2021 fand der Neustart im August 2021 statt. Der Neustart mit der Veranstaltung „Weinbaumuseum am Abend“ (WBMaA) mit den beiden Veranstaltungen im Hummelpark im August und September 2021 war geglückt. Die dann im Weinbaumuseum durchgeführten Veranstaltungen waren alle ausverkauft. Das lag aber auch an den begrenzten Teilnehmerzahlen von 30 Personen im Oktober und November bzw. sogar nur 15 Personen im Dezember 2021. Leider ist bis jetzt die Normailtät nicht wieder zurückgekehrt. Die Pandemie hat in den vergangenen Monaten ihre Spuren hinterlassen. Es sind zwar wieder 45 Personen pro Veranstaltung erlaubt. Aber die Gäste sind zum Teil noch sehr vorsichtig. Wenn in einer Weinprobe 30 Teilnehmer dire Veranaltung besuchen, ist gefühlt der Raum auch schon voll. Was natürlivh nicht stimmt.

Die letzte Veranstaltung im Weinbaumuseum in 2022 war eine ganz besondere Weinprobe:

Das Hochheimer Weinbaumuseum präsentierte am Donnerstag, dem 24. Novermber einen Länderkampf zwischen Österreich und Deutachland. Sabine Wagner und ihre Freundin und Studiumskollegin Sophie Denk präsentierten fünf verschiedene Rebsorten. Je ein Vertreter aus Österreich und Deutschland wird um die Gunst der Gäste buhlen. Der Länderkampf, bei dem die Weine verdeckt ausgeschenkt werden, verspricht einen amüsanten Abend mit zwei weinbegeisterten Frauen. Beide stellen sich gerne dem Battle, welche Weine die Gunst der Gäste gewinnen werden und welches Land am Ende die „Nase vorn“ hat. Die Weine waren alle für sich tolle Vertreter der entsprechenden Rebsorte. Das Ergebnis war knapp, aber bei drei von fünf Flight´s war der deutsche Vertreter an diesem Abend bei den Gästen der Sieger. Sophie nahm es sportlich. Nach der Probe ist vor der Probe. Das Thema für nächste Veranstaltung der Beiden wurde noch am Abend überlegt. Zum Ausklang des spannenden Abend wurde ein Sauvignon Blanc aus Wicker, ein klasssischewr Kellerfund von Hendrik, ausgeschenkt.

Die Weinprobe im Oktober wurde in der Hochheimer Zeitung trefflich beschrieben. https://www.hochheimer-zeitung.de/nachrichten/hochheim/einmal-um-die-ganze-welt–2083234_25805546 In der Weinprobe haben Melanie Müller, Sabine Wagner und Hendrik Ruitenberg eine sprichwörtliche Reise um die Welt gemacht und dehr unterschiedliche Sauvignon Blanc Weine präsentiert.

Die Weinprobe im September, kann man mit etwas Abstand schon als legendär bezeichnen. Es war eine toller Vergleich von Merlotweinen aus Baden bzw. Rheingau / Rheinhessen. Torsten Sälinger und Hendrik Ruitenberg haben den Gästen je fünf Paare verdeckt zu Probe gereicht. Jede Paarung war in sich stimmig und die Qualität der Weine steigerte sich auf hohem Niveau stetig. Es fiel allen schwer, die Herkunft der Weine zu erraten. Es war aber eine so runde Veranstaltung , dass noch am Abend eine weitere Veranstaltung in diesm Format gefordert wurde.

Mit der Weinprobe im August gabt Rahel Ambrozic einen Einblick in die Biodiversität des Weinbaus aus ihrer eigenen Erfahrung. Sie zeigte mit unterschiedlichen Weinen, wie spannend, stilvoll und bereichernd biodynamische Weine und biodynamischer Weinbau sein können. Durch ihre persönliche Auswahl hat Sie die verschiedenen Facetten des Weines aus Deutschland und der Welt erlebbar gemacht.“

Rahel Ambrozic ist gelernte Winzerin und war während Ihrer Ausbildung u.a. ein Jahr im Weingut Peter Jakob Kühn in Oestrich-Winkel. In der Weinprobe von Fabian Schmidt und Hendrik Ruitenberg im Februar 2020 im Weinbaumuseum war Rahel Ambrozic schon einmal mit einem Wein dabei. Ihrem Wunsch, eine eigene Probe organisieren zu dürfen, wurde gerne entsprochen. Die Teilnahme an der Weinprobe kostet 15,-€/Person. Die Teilnehmerzahl ist auf 45 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist nicht möglich. Gerne dürfen Snacks zum Eigenverzehr mitgebracht werden.

Am Sonntag, den 4. September um 17:00 Uhr fand im Hochheimer Weinbaumuseum eine städtepartnerschaftlichen Weinprobe statt. Das Hochheimer Weinbaumuseum präsentierte Weine aus der tschechischen Partnerstadt Mikulov Es wurden zehn ausgewählte Weine, der neuen Hochheimer Partnerstadt in Südmähren, verkostet.

Seit Juni dieses Jahres ist Hochheim mit der tschechischen Stadt Mikulov offiziell verschwistert. Der Weinbau verbindet die beiden Städte aufs Beste! Die Partnerstadt befindet sich in malerischer Landschaft unweit der österreichischen Grenze im Süden der Tschechischen Republik. Von den insgesamt ca. 20.000 Hektar Rebfläche in Tschechien liegen knapp 95% in der Region Südmähren. Die Region ist schon seit Jahrhunderten ein Zentrum des Weinbaus ist, wovon auch das größte Fass Tschechiens im Schloss zu Mikulov zeugt. In der Gemarkung Mikulov sind auf 4500 ha Reben gepflanzt.

Der Rebsortenspiegel in Südmähren ist sehr breit und so wurden in der Probe zehn Weine und Sekte aus unterschiedlichen Betrieben verkostet. Riesling, in Tschechien Ryzlink rýnský, also Rheinriesling genannt, und Burgundersorten sind weit verbreitet, aber es wurden auch lokal-typische Rebsorten wie Pálava, Welschriesling, Roter Traminer oder Grüner Veltliner präsentiert. Diese Probe war außergewöhnlich, denn tschechische Weine sind in Deutschland nur schwer erhältlich – „Wir trinken sie lieber selbst“ war die Antwort auf die Frage, warum dem so sei.

Melanie Müller und Hendrik Ruitenberg, Ehrenamtliche im Hochheimer Weinbaumuseum, hatten anlässlich der Partnerschaftsfeier in Mikulov tschechische Weine verkostet. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen Tom Huntemann, Georg Schäfer, und Susanne Ruitenberg konnten die Weinprobenleiter Weine von diversen Weingütern probieren, Mikulovs Stadtfest besuchen und an einer Betriebsführung in einem der größten weinbaulichen Betriebe des Landes – Vino Mikulov – beiwohnen und konnten davon Interessantes berichten.

Hier der Bericht der in der Hochheimer Zeitung zu finden ist. https://www.hochheimer-zeitung.de/nachrichten/hochheim/hervorragende-qualitaten-begeisterten_25732435

Hinweis:

Susanne und ich waren wieder in Mastricht und haben den Jahrgang 2021 vom Weingut Apostelhoeve für unseren Keller besorgt. Wer Interesse an diesen Weinen hat, kann sich gerne per Email an email(a)kellerfunde.info wenden. Folgende Weine gibt es: Müller-Thurgau, Auxerrois, Riesling, Pinot Gris, Pinot Gris Barriques und Pinot Gris Late Harwest (2020) sowie den Cuvée XII und den Cuvée XII Brut. Bitte in der Bestell-Email Name, Adresse und den/die gewünschten Wein(e) und die Flaschenzahl nennen. Die Weinbestellung wird dann nach Vereinbarung persönlich ausgeliefert.